Selbst in dem Stamm des Schattes gibt es viele Clans, die noch immer eine starke Bande zu dem Stamm der Göttin haben. Doch die Spannungen in der Steppe werden grösser, und das Schicksal der Berserker wird immer ungewissener, da sich immer mehr Clans von den Bräuchen der Göttin abwenden. Sie sind desillusioniert, und in ihrem Zweifel beginnen sie damit, den Lehren des finsteren Pfades zu folgen.
Mit dem Verfall des Glaubens an die Erdgöttin sind sie zu den verzweifelteren Methoden und dem Schatten zurückgekehrt, der schon immer ihre Seele verfinsterte.
Sie haben den alten Brauch des Königs der Sieben Winter pervertiert und versuchen, die Götter mit der jährlichen Opferung ihres Ard-Rhy zu besänftigen. Der Ard-Rhy des Stammes des Schattens ist wenig mehr als eine Marionette von Eefa N'Nuada, der Königin des Stammes. Der Ard-Rhy stirbt nicht mehr ehrenhaft durch seine eigene Hand, statt dessen wird er von Eefa und ihrem Hexensabbat abgeschlachtet, der Skatha genannt wird. Andere Menschenopfer werden erbracht, um Intrigen am Hof zu beenden. Mit den vielen Gefangenen von anderen Stämmen oder Rassen, beispielsweise aus den Reihen der in den von den N'Nuada kontrollierten Bergen lebenden Elfen, werden auch Massenopfer durchgeführt. Riesige Käfige, die nach dem Bildnis des finsteren Gottes angefertigt wurden, werden mit Gefangenen gefüllt und in ein Feuer hinabgelassen. Diese Rituale sind genauso alt, doch weitaus finsterer als die Rituale des Mutterstammes.
Innerhalb des Stammes des Schattens kontrolliert Eefa alle Aspekte des Lebens. Sie hat einen Pakt mit dem Fürsten der Finsternis geschlossen, obwohl niemand weiss, ob sie sich dessen bewusst ist. Der Fürst erschien in ihren Träumen in der Gestalt von Byle, dem ersten Ard-Rhy der N'Nuada, dem letzten Sohn der Erdgöttin und dem Ahnherrn des Stammes des Schattens. Es ist schwer zu sagen, ob Eefa dem Fürsten der Finsternis den Hof macht, um ihren eigenen Zwecken zu dienen, oder ob sie wirklich der Finsternis anheimgefallen ist. Doch wie auch immer die Wahrheit aussehen mag, sie spielt ein gefährliches Spiel. Ein Spiel, das ihrem Stamm das ewige Fegefeuer oder die absolute Herrschaft über die Steppe bescheren wird.
Der Skatha ist ihr Auge und ihr Ohr in ihrem Stamm und darüber hinaus. Dieser ausschliesslich weibliche Orden ist äusserst mächtig, fanatisch, und sollte irgend jemand Zweifel hinsichtlich Eefas Hingabe an den Fürsten der Finsternis hegen, beschleichen ihn solche Zweifel sicherlich nicht im Hinblick auf die Schwärze von Birogs Seele.
Indem er ihnen den Weg durch die Steppe wies, hat der Stamm des Schattens seinen Bund mit den Lakaien unter Beweis gestellt. Und jetzt ist das Schicksal der beiden Mächte miteinander verbunden, was auch immer Eefa ursprünglich im Schilde geführt haben mag. Nach ihrer Niederlage an dem Wall der Ahnen sind die Lakaien in die Steppe geflohen, auf ihren Fersen die Krieger des Mutterstammes und des Stammes der Dämmerung. Doch der Stamm des Schattens führte sie zu sicheren Orten; und Eefa bietet ihnen Obdach in ihren Städten und schwört der Sache der Lakaien noch immer die Unterstützung ihres Stammes.
Der Stamm des Schatten hat seinen Machtsitz in der düsteren Hochfestung Anhun, die hoch in den Bergen westlich der Stelle, wo Byle, der letzte Sohn der Göttin, hinabgefallen sein soll. Dort wacht sie auf dem Gebiet des grossen gespaltenen Berges, der durch die bodenlose Schlucht der Ewigen Finsternis in wzei Hälften geteilt ist. Die Opfertürme des Skatha ragen über der schwarzen Schlucht wie verdorbene Klingen aus schwärzestem Stahl hervor. Von diesen Türmen des Grauens sind zahllose Opfer in die Finsternis gestürzt worden. Dies ist das Vermächtnis von Anhun, denn dies ist wahrlich ein Ort des Bösen.
Morda ist nördlichste Festung der N'Nuada. Der Erhabene Ingleb N'Nuada Einauge ist der Fürst dieser Hochfestung des Schattens. Er ist der mächtigste Mann des Stammes und steht hoch in Eefas Gunst. Er ist berüchtigt für seine Mordgier, und seine verräterische Natur wird von den anderen Stämmen verachtet.
Der grösste Teil der Armee der N'Nuada besteht aus den gleichen Kriegertypen wie bei den anderen Stämmen, doch sie unterscheiden sich durch ihre blut- und scharlachroten karierten Umhänge. Ferner gibt es einige Krieger, der es nur in diesem Stamm gibt.
Die Erhabenen sind die grossen Krieger des Stammes. Sie reiten auf gewaltigen Hirschen in die Schlacht, von denen die stärksten in der nordwestlich gelegenen Grossen Eisebene gefunden werden. Diese wilden Kreaturen sind bekannt für ihr brutales Temperament und ihren gewaltigen Sturmangriff. Ihre gewundenen Geweihe sind manchmal mit vergoldeter Bronze überzogen. Die Erhabenen führen häufig Kampfverbände aus Kriegern in die Schlacht, und nicht selten werden die Erhabenen zum Nomarch ihres Clans. Die Erhabenen bevorzugen grosse Speere, die sie mit schrecklicher Stärke und grosser Präzision führen. Wie die meisten Berserker tragen auch sie wenig Rüstung. Sie tragen jedoch unverwechselbare Helme, die ihr gesamtes Gesicht bedecken. Die Helme sind mit Bronze überzogen und mit langen Hörner verziert - in Anlehnung an die Bestien, auf denen sie reiten. In dem Stamm des Schattens entscheiden sich diese Krieger häufig dazu, ihren furchterregenden Ruhm zu mehren, indem sie Akte der Selbstzerstümmelung begehen. Sie betrachten dies als einen persönlichen Akt der Hingabe an Byle. Dabei kann es sich um eine Narbe im Gesicht oder die Verstümmelung eines Auges handeln. Der Fürst mit der eisernen Faust, der auf dem Feld der Schwüre starb, trug ein solches Mal der Selbstverstümmelung.
In den Reihen der N'Nuada kämpfen andere, noch finsterere Krieger. Die tragischen und grausigen Lebenden Toten sind solche Krieger. Ihnen wurde die Reise in das Reich des Todes durch einen Aspekt ihres einstigen Lebens verwehrt. Manchmal bindet die Schande eines gebrochenen Eides oder das unsterbliche Verlangen nach Rache einen Krieger an die Ebene der Sterblichen. Auch der Mutterstamm ruft die Lebende Tote in die Schlacht, doch nur diejenigen, die ihr Leben verwirkt hatten oder durch die Hand eines Verräters gestorben sind. Sie werden zurückgerufen, um sich zu rächen oder eine Schandtat zu sühnen. Der Stamm des Schattens reisst sie einfach aus ihrer Grabesruhe; seine Druiden kümmern sich nicht um solche belanglosen Dinge wie Erlösung, solange die armen Seelen ihren Zwecken dienlich sind.
Die Macht der Druiden ruft die Lebenden Toten aus ihren Gräbern, und wenn sie erscheinen, tragen sie noch immer die grausamen Verletzungen, durch die sie einst ihr Leben verloren. Die makaberen Kadaver haben einen langsamen, schmerzerfüllten Gang, doch sie bewegen sich unaufhaltsam auf ihre Opfer zu und erschlagen jeden, der sich ihnen in den Weg stellt, bis sie selbst zerhackt werden und endlich der Vergessenheit anheimfallen können.
Obwohl er von der Finsternis verführt wurde, hat der Stamm des Schattens noch immer eine starke Verbindung zu der Lehre der Erde. Die Macht, die in der Erde ruht, ist roh und ungebändigt - weder dem Licht noch der Finsternis verpflichtet. Der Stamm des Schatten betrachtet diese Macht als tödliches Mittel der Zerstörung, während andere in ihr eher die Magie des Lebens und der Schöpfung sehen.
Die Druiden N'Nuada sind nicht viel mehr als die Werkzeuge des Skatha. Nach der Entdeckung ihrer Macht werden sie vor den berühmten Orden gebracht, wo sie sich für immer in die Dienste Eefas und des Skatha stellen müssen. Wer sich weigert, findet sich am Rand der Schlucht der Ewigen Finsternis wieder. Doch noch schlimmer ist der Zorn von Eefas oberster Hexe Birog.
Sobald sie sich auf diese Weise gebunden haben, können sie ihre Macht frei ausüben. Anders als die Druiden des Mutterstammes, die sowohl die Essenz der Erde in sich tragen als auch über die Macht der Naqada gebieten, können die Druiden der N'Nuada nur die Macht der Erdgöttin anrufen. Also können sie, genau wie der Stamm der Göttin, Barrieren aus Dornengeflechten oder Gierigen Wurzeln aus der Erde beschwören, die in das Fleisch eindringen und ihre Opfer zerreissen. Mit ihren rituellen Melodien können sie auch den uralten Nebel des Drachenodems herbeirufen und sich in ihm verbergen.
Trotz ihrer Bande zu dem Skatha treffen sich die Druiden zu bestimmten Jahreszeiten in den Heiligen Wäldern, um ihren Pakt mit der Mutter der Schöpfung zu erneuern, über deren Macht sie gebieten.