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Der Stamm der Göttin

Der Stamm der Göttin ist der grösste Stamm der Söhne des Kronos. Seine Mitglieder werden El'Ildanach genannt, und sie alleine sind der alten Religion der Erdgöttin treu geblieben. Die Hochkönigin des Stammes ist Matriarchin Moriath. Sie regierte den Stamm länger als jede andere Königin, und noch immer strahlt sie Jugend und Stärke aus. Sie erwählt den Ard-Rhy unter den Nomarchen, die über die Clans des Mutterstammes herrschen. Nach sieben Jahren der Herrschaft wird er der Erdgöttin geopfert, um Platz für den neuen Ard-Rhy zu schaffen. Es ist kein Geheimnis, dass sie den Wahrhaftigen König als Ard-Rhy auserwählt hatte. Und sie macht seine Weigerung, den alten Pfaden zu folgen, für viele der Probleme verantwortlich, von denen die Steppe nun heimgesucht wird. Erst nach der Schlacht um den Wall der Ahnen hat sie ihren Anspruch auf das Leben des Wahrhaftigen Königs fallengelassen.
Viele Clans von den anderen beiden grossen Stämmen sind noch immer Moriath und dem Stamm der Göttin ergeben, doch ihre Zahl wird um so geringer, je stärker die Trennung zwischen den Stämmen wächst. Doch der Stamm der Göttin ist noch immer mit Abstand der grösste der drei Stämme.
Moriath ist schon zu ihren Lebzeiten zu einer Legende geworden, denn niemand hat jemals eine grössere Tat vollbracht als sie. Denn sie war es, die den Winter heraufbeschwor, um das Erwachen der Stygianer hinauszuzögern. So gross ist die Liebe der Göttin zu ihrer gläubigen Tochter.
Die Stygianer erschienen überall in der Steppe, doch an keinem Ort war ein Gebiet so heftig umstritten wie in dem heiligen Tal oder bei den Trauerfällen. Die Stygianer wurden in einem verlustreichen Krieg um das Heilige Tal besiegt, doch die Schlucht bei den Trauerfällen verloren die Berserker an die Echsenteufel; und der Kampf um die Schlucht geht mit unaufhörlicher Brutalität weiter.

Moriath ist darüber erzürnt, einen weiteren Ort der Berserker verloren zu haben. Der Verlust der Kristallhöhlen an die Elfen des Silbernen Siegels liegt über zwanzig Jahre zurück, und mit jedem Jahr das verstreicht, brennt die Schande heisser in ihrer Seele.
Die Kristalhöhlen sind wundersam und von grosser Schönheit. Sie sind erleuchtet, obwohl dort keine Sonne scheint. Tief in diesen unterirdischen Höhlen befindet sich das Eisorakel. Dabei handelt es sich um einen grossen kristallartigen Bau, der rein wie ein Diamant ist und in dessen Innerem ein Feuer brennt. In dem Kristall erklingt eine Melodie, die zu den Druiden des Mutterstammes spricht. Nun spricht sie zu den Elfen des Silbernen Siegels und dem Haus des Kristall-Lotus, dem diese ergeben sind. Heute suchen dort keine Druiden der Göttin mehr Weisheit und Wissen, die Geheimnisse dessen, was war; und dessen, was sein wird.
Es war die kalte Gerissenheit von Herzog Zazen, durch die sie die Kristallhöhlen verloren. Er wendete sich an seinen Verbündeten Herzog Attalus vom Haus des Silbernen Siegels und unterstützte ihn bei einem Überraschungsangriff auf die Höhlen, den dieser von seiner nordwestlich der Steppe gelegenen Turmstadt Midir aus druchführte. Zu dieser Zeit war Brenos El'Ildanach Steinfaust der Ard-Rhy des Stammes. Er unternahm einen verzweifelten Versuch, die Höhlen zurückzuerobern, doch er wurde von seinen Kriegern abgeschnitten und von einer Einheit Kristall-Ritter neidergemetzelt. Sein Tod verlieh seinem Namen Ehre, denn er nahm mehrere der elfischen Frevler mit auf seine Reise zu der Göttin.
Mit dem nahenden Tod von Brenos spürte Moriath, dass sich die Göttin von ihnen abgewendet hatte, und sie versuchte verzweifelt, ihr Wohlwollen zurückzugewinnen. Doch alle Versuche, die Höhlen zurückzuerobern scheiterten. Und mit jedem gescheiterten Versuch wuchs ihre Besessenheit bezüglich des Wahrhaftigen Königs. Ein so grosses Opfer würde ihnen sicherlich den Segen der Göttin zurückbringen. Doch nun hat sie erkannt, dass die Göttin nichts will, was ihr nicht freiwillig gegeben wird. Moriath brauchte lange, um dies zu erkennen. Sie brauchte lange, um zu erkennen, dass sie von Stolz und Zorn geblendet war. Nun hat sie Kilnarach den Schwarzen Hirsch zu ihrem Ard-Rhy ernannt. Und in ihrem Herzen weiss sie, dass die Göttin zufrieden ist, denn er ist ein würdiger Meister.
Ob sie nun die Höhlen zurückerobern oder nicht, ist von geringer Bedeutung, denn die Göttin erfreut sich nicht an Erfolg oder versagen, sondern an denen, die sich dem Kampf des Lebens tapfer stellen.

Die Städte

Murias ist die Hochfestung der Erdgöttin und der Sitz von Moriaths Macht. Sie steht im Herzen der Mythosberge. Sie ist ständig mit Eis bedeckt und vom Nebel und heftigen Stürmen umgeben. Sie steht hoch über einen Bergpass. Auf der einen Seite erstreckt sich ein grosser Abgrund in eine gewaltige Schlucht, auf der anderen Seite befindet sich zwei Wasserfälle aus massiven Eis, die bewegungslos verharren, als wären sie in der Zeit gefroren.
Weit im Norden steht Amork, die nördlichste Hochfestung des Mutterstammes. Errichtet auf dem Gipfel eines einzelnen Berges, wacht sie über die Heiligen Wälder. Viele grosse Schlachten fanden in der Ebene statt, die zwischen Amork und Morda liegt, der nördlcihen Hochfestung des Stammes des Schattens.
Vor weniger als sieben Wintern führte Ingleb N'Nuada Einauge auf der Ebene hinter Amork einen unehrenhaften Angriff gegen einen Clan der Göttin an. Der Clan der Göttin wurde in der Nacht überwältigt und bis auf den letzten Mann, die letzte Frau und das letzte Kind abgeschlachtet. An diesem Tage trugen die Raben viele Seelen in das Land der Toten, und seit diesem Tag wird der Ort die Ebenen der Raben genannt. Ingleb trägt nun den Fluch der Matriarchin, und jeden Tag wird seine Qual grösser.
Im Westen steht Keelta wie eien Warnung über dem Eingang zu einem Tal des Drachengrat-Gebirges. Die Clans von Keelta kämpften in den Pässen des Drachengrats gegen die Schwarzblüter aus der Nördlichen Provinz Hama Kaphur und selbst gegen die Elfen aus der Inselstadt Solas.

Die Armee

Neben den Kriegern, die man in den Armeen aller Stämme findet, gibt es in der Armee des Mutterstammes einige Krieger, die einzigartig für den Stamm der Göttin sind.
Nur der Mutterstamm setzt Streitwagen auf dem Schlachtfeld ein. Diese furchterregenden Einheiten haben bösartige geschwungene Klingen an ihren Rädern, die durch die Luft schneiden, wenn sich der Streitwagen über das Schlachtfeld bewegt, und den Feind wie Getreide niedermetzeln. Auf diesen mit Bronze verzierten Streitwagen fahren Krieger mit grossen Schlachtäxten, die mit unfehlbarer Präzision klaffende Breschen in die Reihen der Feinde treiben. Sie sind für den Kampf auf dem Streitwagen ausgebildet. Sollte der Streitwagen jedoch zerstört werden, würden sie nicht den Bruchteil einer Sekunde davor zurückschrecken, sich ihren Feinden von Angesicht zu Angesicht zu stellen.
Viele der anderen Rassen halten dies für ein Hirngespinst, doch die Viridianischen Fürsten kämpfen tatsächlich für den Stamm der Göttin. Die Viridianischen Fürsten sind grosse Krieger, die ihre Pflicht in der Schlacht erfüllt haben und in Zeiten des Friedens und des Wohlstands in den Heiligen Wäldern Ruhe finden. Sie haben ihr Leben völlig der Erdgöttin gewidmet und kehren nur zu den weltlichen Schlachten zurück, wenn das Herz des Stammes in Gefahr ist oder wenn die Erde selbst ihre Stimme im Protest erhebt. Dann kehren sie als die wildesten aller Krieger zurück.
Die meisten Rassen meiden die grossen Wälder mit den seltsamen Schwarzen Eichen, doch einige Kampfverbände der Schwarzblüter berichten von "gigantischen grünen Kriegern", die aus den düsteren und finsteren Wäldern erschienen sind. Die Körper der Viridianischen Fürsten wurden durch ihre Verbundenheit mit der Natur verwandelt. Ihre Körper sind hart wie Eichen, und unter ihrer Haut spriessen dicke Wurzeln wie Adern. Ihre Haut gleicht der Rinde eines Baumes, und sie tragen Umhänge aus Zweigen und Efeu. Doch mit ihren Händen führen sie gewaltige zweihändige Schlachtäxte mit der ursprünglichen Wildheit der Natur.
Die Matriarchin wird von einer Leibwache aus Klingenfurien begleitet, die Disyr genannt wird. Sie haben geschworen, zum Schutz der Matriarchin ihr Leben zu geben, und sie zu allen zeiten zu begleiten.

Die Magie

Die Druiden des Mutterstammes sind unübertroffen unter den Berserkern. Sie haben die Fähigkeit, die Macht der Göttin herbeizubeschwören, und sie befehligen die Runenmagie der Naqada. Die Druiden geniessen höchstes Ansehen, denn in ihren Händen liegt die Macht der Göttin. Ausserdem sind sie furchterregende Krieger, und ihre Geisterstäbe sind sowohl ein Fokus ihrer Macht als auch ein Instrument des Todes.
Mehr als andere Söhne des Kronos können sie durch das Land reisen, ohne auf die Grenzen der Clans oder auf Fehden unter den Clans Rücksicht nehmen zu müssen. Sie führen meistens ein einsames Leben und verbringen den Grossteil der Zeit mit Meditieren und Beten. Sie reisen zu Orten, an denen die Macht der Natur ruht, und nehmen diese Macht in sich auf, indem sie eins mit der Göttin in ihren vielen Gestalten werden.
Die Druiden der El'Ildanach wachen auch über die zeremonielle Opferung des Königs der Sieben Winter. Sie begleiten den Geist des Ard-Rhy auf seiner Reise in das Reich des Todes, aus dem er eines Tages in neuer Grösse wiedergeboren wird.


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