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Simples Bemalen

Autor: Coki

Malen. Von den einen geliebt, von den anderen gehasst, stellt es jedoch ein wichtiges Bestandteil unseres Hobbys dar.

In fast allen TableTop Spielen wie Chronopia eins ist, kauft man Silberfische, d.h. Figuren die aus der Gussform direkt in die Verkaufsverpackung kommen und somit nicht angemalt, ja nichtmal grundiert sind (Ausnahme ist diesbezüglich Mithril).

Und da fängt die erste Schwierigkeiten bei vielen Spielern an. Was mache ich jetzt mit der Figur?
Wenn man Glück hat befindet man sich in einem Fantasyshop und der Verkäufer kann einem helfen diesbezüglich (.. ich kenne keinen Händler der nicht Ansatzweise Ahnung von Figuren hat). Den anderen mag folgende Kurzanleitung helfen.

Zum Start braucht man folgendes Gerät:
> Ein scharfes Messer / Cutter
> Ein guter Sekundenkleber der Metall / Plastik, usw. verklebt.
> Zwei Pinsel (ich nutze bei Chronopia einen 4/0 Rotmader für Details und einen 3/0 oder 4/0 x-beliebiger Art für den Rest)
> Eine kleine Feile
> und Farben
> Ein Glass für Wasser
> Ein altes Tuch
Farben können ein umfangreiches Thema sein. Ich beschränke mich auf das wesentliche. Im TableTop-Bereich wird fast ausschliesslich mit Acrylfarben (gibt es im jeden Fantasyladen /-onlineshop) gemalt, weil diese schonender für die Pinsel sind, schneller Trocknen, sich besser Mischen lassen und nicht zuletzt man keinen Reiniger für den Pinsel braucht. Ausserdem ist Acryl nicht giftig, was man von einigen Modellbaufarben nicht sagen kann.
Welche Firma ihr nimmt bleibt Euch überlassen, aber ich zum Beispiel nehme immer weniger Games Workshop Farben und nehme mehr Picard (weil billiger und mehr drin).
Das soweit dazu.

Bevor man anfängt noch ein / zwei Sachen: Auch beim Malen ist Sicherheit wichtig. Deswegen Farben und Gerät ausser Reichweite kleiner Kinder und Malen möglichst im belüfteten Bereich durchführen.

Bevor man eine Figur bemalt muss diese Vorbereitet werden. Das bedeutet, das sie ihrer Verpackung entnommen werden muss, entgratet und zusammengeklebt werden.
Meiner Erfahrung nach können die Masse der Figuren von Chronopia vor dem Bemalen zusammengeklebt werden, weil man sehr gut alle wesentliche Stellen mit dem Pinsel erreichen kann. Das betrifft natürlich nicht solche Modelle wie der Streitwagen der Firstborn.


Erstgeborene Schwertkämpfer

Der oben gezeigte Erstgeborenen Trupp habe ich wenigen Stunden (ca. 4) bemalt. Ich selbst hasse das Malen. Ich spiele aber auch nicht mit Siberfische und insofern sehe ich mich immer wieder gezwungen Figuren zu bemalen. Schon früh habe ich mir einen einfachen und schnellen Bemalstil angewöhnt, damit ich zügig und ohne riesigen Zeitverlust meine Armeen bemalen kann.
Worauf kam es mir an?
a.) Zeit: Ich hatte / habe einfach keine Lust ewig vor einer Figur / Trupp zu sitzen bis er Fertig ist. Ausserdem habe ich soviele Figuren, das ich mit einem aufwendigen Bemalstil die nie fertig kriegen würde.
b.) Gesamteindruck: Meiner Erfahrung nach macht gerade der Gesamteindruck einer Armee wesentlich mehr aus, als ein paar gut bemalte Figuren.
c.) Fertig werden: Ist nicht zu unterschätzen. Ich habe im Laufe meiner TableTop "Karriere" viele Armeen von Spielern gesehen, die nie fertig wurden mit dem bemalen und der Spieler deswegen zum Teil gefrustet aufhörte.

Wie erreiche ich mein Ziel?
1.) Wenige Arbeitsschritte
2.) Wenige Farben
3.) Eine Mal Reihenfolge beachten
Die ersten beiden Punkte sind sicher selbsterklärend, aber zu Punkt 3 ein kleiner Kommentar. Beim Bemalen macht es Sinn sich mit der Zeit eine Abfolge des Bemalen anzugewöhnen, sodass es in Fleisch und Blut übergeht. Bei mir zum Beispiel ist es Grossflächen vor Kleinflächen, Dunkel vor Hell. Aufgrundlage dieser Reihenfolge entwickelt sich schon im Kopfe vor dem Malen das Aussehen der Figur und so bin ich "schneller".

Aber jetzt zum Malen selbst.

  
Vorder- und Rückseite eines Schwertkämpfer an dem der unten beschriebenen Vorgang umgesetzt wurde.

Grundieren:
Am besten mit einer Grundierspraydose (gibt es dort wo ihr eure Farben kauft).
Schwarze Grundierung bei dunkeln Farben / viel Metall (Rüstung). Weisse Grundierung bei viel "nackte" Haut, hellen Farben (zb. Geld, helles Grün, etc.). Da Chronopia ein eher dunkles Universum ist empfiehlt sich schwarz. In meinem Beispiel mit dem Erstgeborenen Trupp war schwarz die Grundierung.

Erster Schritt:
Man nehme den billigeren Pinsel und bemalt die Rüstung und das Schwert mit einer dunklen Metallfarbe (das berühmte Boltun Gun oder eine ähnliche Farbe).
Da ich schwarz grundiert habe, nutze ich hierbei einen besonderen Pinselstil. Man nehme etwas Farbe auf den Pinsel und wischt es auf auf einer Unterlage ein wenig ab, sodass noch Farbe dran bleibt, aber nicht übermässig viel. Dann fahre ich sachte über die Stellen auf der Figur und wenn ihr es richtig macht, sieht man vereinzelt den Grundierung durchschimmern. Wie zb. auf dem Bild rechts, beim Schwert.
Dieser Effekt funktioniert eigentlich nur bei schw. Grundierung. Bei weiss sieht es einfach schlecht aus. Der Effekt sorgt dafür das die Figur nicht "sauber" aussieht. Was ich sehr passend für ein "unsauberes" Universum finde. Und jeder der Mal bei der Bundeswehr war und im Schlamm rumgekrochen ist, weiss genau, das seine Kleidung schmutzig wird. Insofern finde ich die sauber bemalten Figuren, die fast strahlend auf dem Schlachtfeld stehen, sehr unpassend.
Ein weiterer Vorteil ist, das ihr Arbeitszeit spart, da ihr nicht sehr genau Malen müsst.

Zweiter Schritt:
An dieser Stelle nehme ich mir die Haut vor. Dazu nehme ich eine beliebige dunkle Hautfarbe und trage sie in der gleichen Technik auf die Stellen wie bei Schritt eins. Nur hier zwei, dreimal wiederholen, damit es eine einigermassen geschlossenen Fläche wird.
Generell ist es wichtig beim Bemalen nicht zuviel Farbe zu nehmen. Eher etwas weniger, als zuviel, da ansonsten sehr leicht mal Details einer Figur verschwinden.

Dritter Schritt:
Den Mantelinnenteil und den Stofffetzen an der Rüstung in weiss. Hat hier den Effekt, dass das weiss für die eher dunkle Rüstung einen hellen Hintergrund bietet. Somit sind die Details und Propotionen besser erkennbar, was den Gesamteindruck verstärkt.
Weiss ist eine schwierige Farbe auf schwarzen Untergrund, weil es nicht deckt. Aber da in diesen Bereichen keine Details existieren, kann man ruhig etwas mehr Farbe verwenden.
Zu guter letzt noch ein wenig Weiss aufs Schild.

Vierter Schritt:
Etwas Rot, ist ja die Farbe der Firstborn mit Weiss zusammen, auf das Schild.

Fünfter Schritt:
Das Schild auf der Innenseite mit brauner Farbe malen. Schilde sind zumeist aus Holz mit einer leichten Metallbeschichtung. Das soll das Braun anzeigen.

Sechster Schritt: Die Sekundärfarbe. In diesem Fall eine Mischung aus Blau und Grün. Bei mir ist die Sekundärfarbe das Erkennungszeichen woran sich die Trupps sich unterscheiden. Während die Primärfarbe weiss als die "Verbindungsfarbe" fungiert, damit sie der gesamten Armee einen zusammengehörigen Eindruck vermittelt.
Die Sekundärfarbe kommt auf die Rückseite des Umhanges, sowie vorne am Stoff zwischen den Beinen und auf den Stoffetzen rauf. Auch hier kann man etwas mehr Farbe verwenden.

Siebenter Schritt:
Details. Ich bemale alle Details mit einer Metallfarbe, sei es Bronze (wie in diesem Fall) oder Gold. Wichtig ist hierbei, das man das Schwert nicht vergisst (Handschutz).

Letzter Schritt:
Die Base. In meinem Fall ist es Strukturfarbe. Wenn ich nochmal mit einer Firstbornarmee anfangen würde, würde ich es nicht nutzen, sondern eher vor dem Grundieren die Base mit einer Mischung aus Sand und Holzleim bemalen.
Diese wird dann zum Schluss mit Grün angemalt und mit einem Pinsel mit sehr wenig Farbe gelb "gebrusht". Gebrusht bedeutet, ganz sachte über die Struktur, welche der Sand verursacht, zu gehen, sodass auf dem Sandspitzen ein wenig Gelb hängen bleibt.
Zum Schluss würde ich den Rand einfach schwarz anmalen. Das sieht meines erachtens besser aus als so eine Strukturfarbe.



Das war es dann schon. Insgesamt braucht man recht wenig Zeit für eine Figur. Aus diesem Grund bemale ich ganze Trupps in wenigen Stunden. Und trotz des etwas schlampigen Bemalens sieht die ganze "bemalte" Armee auf einem Spieltisch erstklassig aus.


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