Diese Artikel basiert auf einem Spielbericht des Users "MWDA" mit seinem Bruder. Veröffentlicht wurde das Original auf Chinesisch auf http://flamesofwarminiaturesgame.blogspot.com .
Der Artikel selbst wurde durch Markus Kerlin übersetzt und ergänzt und soll exemplarisch mal zeigen, wie man mit wenigen Mitteln und Punkten das Spielsystem Chronopia's kennen lernen kann.
Im folgenden Spielbericht wurden zwei kleine ~350 Punkte Armeen eingesetzt, die ganz zwanglos zusammengestellt wurden. Ziel war es, das Spielsystem kennen zu lernen und weniger die Armeezusammenstellungsregeln zu befolgen.
Die Armeen
Schwarzblüter:
- Troll (102 Punkte)
- 3x Orkische Schwertkämpfer, Erfahrene Schwertkämpfer, Anführer und Standartenträger (140 Punkte)
- 2x Orkische Schützen, Anführer (95)
= 337 Punkte Gesamt
Elfen (Kristall-Lotus):
- 2x Drachenreisser Ritter (je 89 Punkte)
- 5x Speerkämpfer, Anführer und Standartenträger (184 Punkte)
= 362 Punkte
Gelände
Als Spielfläche fungiert eine einfach Tischplatte.
Das Gelände besteht hauptsächlich aus dem Pappgebäuden der Mortheim Startbox von Games Workshop, welches für diese Spielgröße ausgezeichnet ist.
Ergänzt wurde dieses durch ein paar Bäume, Säulen und kleinere Springbrunnen. In erster Linien kam es darauf an, viele Hindernisse zu haben, um Bewegungen zu kanalisieren und Sichtlinien zu unterbrechen.
Spielbericht

Im obigen Bild sieht man die Grundaufstellung und die Geländeverteilung. Links befinden sich die Schwarzblüter, rechts die Elfen. Bemerkenswert bei ersteren die drei Orkischen Schützen auf dem Quergang des einen Gebäudes.

Die erste Runde: Die Gegner rücken aufeinander vor.
Der Troll der Schwarzblüter verschiebt sich nach oben, hinter die eigenen Schwertkämpfer um auf der kürzeren Strecke gegen die Speerkämpfer angehen zu können. Die Bogenschützen beziehen Position um sowohl die Speerkämpfer der Elfen als auch deren Drachenreisser beschiessen zu können. Die Schwertkämpfer gehen in breiter Front vor.
Die Elfen agieren auf zwei Ebenen. Der Verband Speerkämpfer marschiert direkt durch die engen Gassen und vermeiden damit gefährliche Angriffe auf die empfindlichen Seiten. Die beiden Drachenreißer bewegen sich mit ihrer Geschwindigkeit am äussersten Rand der Spielfläche, um die Schwarzblüter flankierend angreifen zu können.

Die gleiche Szene aus einer anderen Perspektive.
Hier noch ein Hinweis zu den genutzten Gegenständen. Mit den blauen und weissen Glasssteinen werden die Einheiten markiert, die schon in dieser Runde aktiviert wurden. Die "Blutstropfen" dienen später zur Markierung der Schäden bei Figuren die mehr als ein Schadenpunkt haben (hier nur der Troll und die Drachenreißer). Und natürlich die obligatorischen W20 (zwanzigseitigen) Würfel.

Die zweite Runde: Rein ins Getümmel.
In dieser Runde geraten bis auf die Bogenschützen alle Figuren in den Nahkampf. Man sieht auch hier, daß die beiden größten Einheiten, die orkischen Schwertkämpfer und die elfischen Speerkämpfer, ihren Zusammenhang verloren haben. Das macht sie beide empfindlich gegen die Angriffe der starken Einzelfiguren (Drachenreißer, Troll).
Wichtig: Schwer zu erkennen, aber die Anführer der Orkischen Schützen ist noch nicht aktiviert worden.

Ein böser Fall.....
Wie man sieht, liegt hier der Anführer der Schützen. Er hat versucht seine erhöhte Position zu verlassen, um vielleicht direkter in den Kampf wirken zu können. Darum versuchte er zu springen, was eine typische Form von Handlung ist, die Figuren bei Chronopia ausüben können. In diesem "Fall" ist die Handlung beim "Probewurf" daneben gegangen, mit der Folge eines Sturzes. Da die Figur noch lebt und nicht entfernt wurde, konnte sie den potentiellen Schaden erfolgreich vermeiden und liegt nun auf der Spielfläche. In der nächsten Runde muss der Anführer deswegen seine erste Handlung zum aufstehen verwenden!

Die "Standardtruppen"
Im nördlichen Teil des Kampfgebietes sieht man durchschnittliche Einheiten aufeinanderprallen. In dieser Situation haben die Speerkämpfer grundsätzlich den Vorteil, das sie Mithilfe ihrer Sonderregeln "Verschanzen" in der Verteidigung sehr gefährlich sind und fast jeden Angreifer einfach ausschalten können. Ob den orkischen Schwertkämpfer dieses bewusst ist oder sie gar nur geopfert werden, wer weiß?

Das Zentrum
In diesen "Mehrkampf" sind vier verschiedene Einheiten involviert. Dieses ist bei Chronopia recht häufig, da Einzelfiguren in fast allen Fällen Verbände unterstützen, anstatt alleine in den Kampf zu ziehen. Das liegt an der eher geringen Durchschlagskraft gegenüber einem Verband.

Das Gemetzel
Ein Bild aus der folgenden Runde, man siehe den aufgestandenen Schützen Anführer. Ab diesem Zeitpunkt spielen die Würfel natürlich die wesentliche Rolle und in welcher Reihenfolge man welche nichtaktivierten Einheiten zieht.
Man sieht z.B. das der Schwarzblut-Spieler die Bogenschützen in den Nahkampf gezogen hat, um ein Übergewicht im Nahkampf zu erhalten. Ein weiterer Grund liegt darin, das die Schützen keine ungebundenen Ziele mehr finden und bei Schüsse in den Nahkampf hinein die Gefahr zu groß sein kann, die eigenen Einheiten zu treffen.
Interessant ist auch ein weiteres typisches Element bei Chronopia. Sobald die ersten Verluste zu entfernen sind, kommt es häufig genug zu Duellen zwischen den stärkeren Einzelfiguren, wie hier dem Troll und dem Drachenreißer. Zudem sieht man jetzt auch die "Blutstropfen" im Einsatz. Der Troll hat derer zwei und der Drachenreißer einen. Somit haben beide nur noch zwei Schadenpunkte.
Abschluss
Der obige Spielbericht lässt das Ende noch offen. Vielleicht wird das Original noch vollendet, dann folgen weitere Zeilen, aber schon jetzt erfüllen die Bilder und der Text seine Aufgabe eine kleine Vorstellung vom Chronopia Spielen zu vermitteln.
Man sollte bei einer solchen Punktegröße immer berücksichtigen, das Spiele sehr vom Glück abhängig sind. Normale Spielgrößen bei Chronopia liegen zwischen 800 und 1.500 Punkten.