Quelle: wikipedia.de
Erschienen: November 2006
Als Tabletop bezeichnet man ein Strategiespielsystem, bei dem mit Miniaturfiguren (früher aus einer Zinnlegierung gegossen oder aus Papier ausgeschnitten, heute meist Zinn- oder Kunststofffiguren) auf einer beliebigen Oberfläche (Tabletop = "auf dem Tisch") gespielt wird. Die Spielfläche wird oft mit so genannten Geländestücken (Hügel, Wälder, Ruinen aus Modellbauläden oder selbstgebaut) gestaltet. Da es kein herkömmliches Spielbrett gibt und somit auch keine Spielfelder vorhanden sind, werden Entfernungen (Bewegungs- oder Schussreichweiten) mit einem Maßband ausgemessen. Die Figuren werden meistens aus vorgefertigten Bausätzen sorgfältig zusammengebaut und aufwändig bemalt oder in Form von Sammelfiguren erworben. Das Tabletop lässt sich in den Bereich der Konfliktsimulationen einordnen.

Szene aus einem TableTop Spiel bei Chronopia
Geschichte
Die heutigen Tabletopspiele sind Weiterentwicklungen des so genannten Kriegsspiels, das Anfang des 19. Jahrhunderts von Baron von Reisswitz entworfen wurde, um preußische Offiziere in Strategiefragen zu trainieren.
Genres
Es gibt prinzipiell zwei sehr unterschiedliche Gattungen von Tabletopspielen:
Die derzeit in Deutschland am weitesten verbreiteten Tabletopspiele sind in eine Fantasiewelt eingebettet, die sich entweder am Fantasy Genre, am Science Fiction Genre oder einer Mischung aus beidem orientiert. In dieser Gattung werden oft Elemente aus weitläufig bekannten Fantasiewelten wie z.B. J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe oder dem Star Wars Universum verwendet, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen und die Einstiegshürden zu minimieren. Die am häufigsten anzutreffenden Elemente bei diesen Fantasy Tabletops sind Magie, fiktive Rassen wie z.B. Orks, oder futuristiche Gegenstände wie Laserwaffen und Raumschiffe.
Neben den Fantasy Tabletops gibt es aber auch etliche Tabletops, die in historische Hintergründe eingebettet wurden (Historische Tabletops). Bei diesen Spielen werden Truppen oder Armeen dargestellt, die in der Geschichte tatsächlich einmal existiert haben. Die weitere Einteilung dieser Gattung erfolgt nach geschichtlichen Epochen und nach Regionen. (Zum Beispiel Historische Tabletops zur Zeit des antiken Roms, das mittelalterliche Japan, Szenarien zum Zweiten Weltkrieg, der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, etc).
Spielregeln
Mit einem sehr kompliziertem System von Spielregeln wird versucht, möglichst alle Aspekte einer tatsächlichen Schlacht im Spiel umzusetzen. So werden in vielen Tabletops die Moral der Truppe, Vor- und Nachteile von Gelände und Ausrüstung sowie Einheiten mit speziellen Fähigkeiten und Taktiken wie Phalanx, Plänkler, Kavallerie und natürlich die Eigenschaften der verschiedenen Waffen regeltechnisch umgesetzt. Es muss immer ein Kompromiss zwischen komplizierten, realistischen Regeln und einfachen, abstrakten Regeln gefunden werden. Hierin liegt auch der grundlegende Unterschied der verschiedenen Regelsysteme.
Gemäß den Regeln werden die meisten Aktionen über Würfelwürfe bestimmt. Viele Systeme nutzen neben gewöhnlichen sechsseitigen Würfeln auch spezielle Würfel. Einige weniger verbreitete Systeme welche mit Hilfe von (Poker-)Karten gespielt werden, oder eine nutzen Kombination aus Würfeln und Karten.
Maßstäbe

Chronopia Figuren wie die obige
gehören zum 28mm Maßstab Die Figuren von Tabletops gibt es in verschiedenen Größen und Maßstäben. Am bekanntesten sind die Maßstäbe 6 mm, 10 mm, 15 mm, 25 mm, 28 mm und 54 mm. Die mm-Anzahl gibt die Größe eines durchschnittlichen Menschenmodells in Millimetern an. Bei klassischen Figuren kann damit allerdings auch die Höhe der Miniatur vom Boden bis zu den Augen gemeint sein, da die meisten historischen Miniaturen Kopfbedeckungen tragen, was zu einer ungenauen Größenangabe führen könnte. Der 6-mm-, 10-mm- und 15-mm-Maßstab wird zumeist für historische Tabletops genutzt, während der 25-mm- und der 28-mm-Maßstab vorwiegend für Fantasy- und Science Fiction Tabletops genutzt wird, da er einen höheren Detailgrad der Figuren ermöglicht.
Der Maßstab entscheidet, ob das Tabletopspiel eher dazu gedacht ist, um große Truppenverbände mit großen Regimentern darzustellen, oder ob mehr Wert auf Einzelminiaturen gelegt wird, die entsprechend weniger zahlreich, dafür aber detaillierter modelliert und mit genaueren Sonderregeln ausgestattet sind.