Autor: Marc Farrimond
Übersetzung: Markus Kerlin
Die Schlacht war vorbei und die Männer ruhten sitzend und versorgten ihre Wunden. Die Verluste waren für die Erstgeborenen schwer, aber sie haben triumphiert. Den Tag über stundenlang haben die Männer gegen die Schwarzblüter wie wilde Tiere gekämpft. Kämpfend und sterbend bewährten sie sich in dieser Schlacht gegen den Feind und am späten Nachmittag waren die Schwarzblüter geschlagen und zogen sich vom Schlachtfeld zurück. Aber die Erstgeborenen mussten es schmerzhaft bezahlen. Carnos der Chronomant wurde schwer verwundet, und niemand erwartet, das er den nächsten Sonnenaufgang noch erleben wird. Ortorus, der Anführer dieser Streitmacht, war während des Zweikampfes mit Barthas getötet worden, als er dem Anführer der Schwarzblüter nach einem einstündigen blutigen Duell sein zweihändiges Schwert ins Herz rammte. Der tödlich verletzte Barthas hob mit letzter Kraft sein Krummschwert und Ortorus spürte, wie das kalte Stahl unter seiner Brustplatte den Magen aufschlitzte und das Blut aus dieser Wunde hervorquoll. Die Moral der Schwarzblüter war nach dem Tod Barthas erschüttert und so ging die Schlacht bald zuende, da sich die Orks zurückzogen, um ihre Wunden zu versorgen. Von den vierhundert Kämpfern, die mit Ortorus in die Kampf zogen, haben dreissig überlebt, von der Schlacht erschöpft und müde. Kaldan, der letzte überlebende Erfahrene Schwertkämpfer und jüngere Bruder von Ortorus, hatte die Führung über den Rest der Streitmacht übernommen und während die Nacht aufzug, fiel schnell die Temperatur. Und so gab er den Männern den Auftrag ein Lager aufzubauen, damit sie geschützt sind gegen die Kälte der Nacht, völlig im Gegensatz zur Hitze des Tages, und nicht doch noch ins Grab finden.
"Welchen nutzen hat eine Armee, die so erschöpft ist?"
Kaldan sprach es laut heraus, als ein junger Streikolbenkämpfer mit einem in den Händen gehaltenen wassergefüllten Helm auf ihn zutrat. Kaldan säuberte so gut er konnte die Wunden des schwer verletzten Chronomanten, aber die Hitze und der verfluchte Sand gelangten an den Mann. Kaldan betete zum König, das Carnos überleben wird, denn ohne seine Fähigkeiten wird die Reise über den sich veränderten Sand fast unmöglich sein. Carnos liegt auf einem behelfsmässigen Bett, sein müder und gebrochener Körper mit freien Oberteil nur noch ein Schatten seiner selbst, versucht er mit dem Mann zu sprechen, der ihn tröstet, aber nur ein unverständliches Gurgeln ist zu hören. Kaldan verfluchte die Schwarzblüter wegen dem hohen Preis den er und seine Männer haben zahlen müssen. Die Nachschublinien der Erstgeborenen war durch die Orks in den vielen Wochen immer wieder angegriffen worden und man war der Meinung, das man das Problem an den Wurzeln packen muss und folglich stellte ein Angriff auf das Lager der Schwarzblüter die einzige Wahl dar.
Der grosse Mann wischt die Braue des Chronomanten ab und seufzte mit schwerem Herzen. Sein Bruder tot, sein Freund im Sterben, seine Männer am Rand der Verzweiflung und viele Meilen nach Hause, aber morgen versuchen sie zur Küste zu kommen und wieder zur Armee zu stossen. Aber jetzt muss er sich um die Verletzten und den Rest kümmern. Carnos hustete und ein kleier Strom Blutes fing an aus einer Wunde zu tropfen. Er kämpfte darum sich aufzurichten. Kaldan schaukelte seinen sterbenden Freund in seinen Armen.
"Entspann dich, alter Freund. Sammel deine Kraft." Kaldan spricht mit einer Sanftheit, die im Gegensatz zu seinem groben Äusseren steht, und eine kleine Träne kullert seine Wange hinunter und tropft wie morgendlicher Tau auf die Stirn seines Freundes. Carnos hustete wieder, nur kommt jetzt dunkle, übel riechende Flüssigkeit aus seinem Mund.
"Sie kommen .... Wir müssen uns vorbereiten..." Mit Schmerzen keuchte er die Wörter hervor und diese Bemühung war zuviel und er wird bewusstlos. Am anderen Ende des Lager erscholl ein Geräusch der Kaldan aufspringen liess. Er legte seinen Freund hin und nahm beim Laufen in Richtung dieses Geräusches sein zweihändiges Schwert auf, gefolgt von den restlichen Männern seiner Streitmacht.
Ein merkwürdiger unirdirscher Ton kam aus dem Schatten der Dämmerung, fast ein melodischer Klang, wie Wasser, das auf die Steine unter einem Wasserfall fällt. Kaladan und seine Männer näherten sich zum Kampfe bereit vorsichtig mit bereiten Waffen, hinter sich das Lager lassend. Aus dem Dunklen betrachteten Augen Kaldan und seine Männer mit einer Intelligenz, die keiner verstehen wird. Und während die Männer nach der Quelle des Geräusches in den Dünen suchten, sprang eine Kreatur in die Luft, landete auf dem Rüücken eines Schwertkämpfers, riss mit seinen scharfen Klauen die Rüstung und das Fleisch auf, wodurch sich das Blut in einem hohen Bogen auf den Boden der Wüste ergoss.

Kaldan prüfte gerade in dem Augenblick mit seiner Waffe die Reichweite, als er das merkwürdig dunkelgefärbte Geschöpf sah, das wie ein hungriger Hund mit einem Knochen, seinen gefallen Kameraden in den Armen hält. Es war glatt und zum Töten geboren. Die Arme, wie die Schnauze, bedeckt mit Blut und Eingeweiden. Scharfe knochenfarbende Zähne, getrübt durch einen roten Schimmer. Kaldan sprintete zur Kreatur, hebt sein zweihändiges Schwert hoch und rammt es in die Wirbelsäule der Kreatur. Das Geschöpf trug eine aufwendige geschmückte Rüstung, die im Halbdunkeln bronzeartige funkelte. Dort wo das Schwert die Wirbelsäule trennte, verlief gitterartige Platten den ganzen Rücken bis zum Schwanz, der anscheinend das Springen unterstützt. Der Kreatur entwich ein hohes spitzes Pfeifen und ein dunkles Wundsekret rann den Körper herunter und vermischte sich mit dem Blut des toten Mannes auf dem Wüstenboden.
"Zu den Waffen! Zu den Waffen!" Kreischte Kaldan zu seinen Männern und aus der Dunkelheit bohrten sich dutzenden reptilienartigen Augen, die wie Sterne funkelten. Sekunden später brach die Hölle los.
In ihrem Unterschlupf oberhalb des Lagers der Erstgeborenen beobachteten sitzend zwei schweigende Goblin Kundschafter den wüütenden Angriff der Stygianer und die wenigen überlebenden Erstgeborenen. Ohne gesehen zu werden, drehten sich die kleinen Späher weg vom Kampf um einige Momente später zurück zum Lager der Schwarzblüter zu marschieren. Narbok, der gerade eben zum Führer der überlebenden Schwarzblüter gemacht wurde, stand mit an die Hüften gesetzten Fäusten in einer heftigen Diskussion mit seinen Beratern, als die Kundschafter zurück kamen ins Lager. Nachdem die Goblins ihre Geschichte Narbok erzählt haben, liess er ein langes und lautes Lachen erklingen.
"Heute bringen wir diese Erstgeborenen Dummköpfe zum Schweigen und lehren ihnen, dass die Schwarzblüter keine Macht sind die man ignorieren kann. Ruft die Truppen zu den Waffen, die Erstgeborenen werden dieses Gebiet nicht mehr lebend verlassen, und wenn wir dabei einige dieser unheimlichen Echsengeschöpfe töten, desto besser." Ein grosses und breites Lächeln überzog sein Gesicht, während er den Krummsäbel, welcher dem vorigen Anführer Barthas gehörte, stolz hob. Es wird nochmal Blut verschüttet werden und dieses mal wird die Rache seine sein ... .
Der Angriff
Der Angriff ist ein Chronopia Szenario, das man gut mit drei Spielern funktioniert, sollte aber auch mit zwei Spielern gehen. Die Ziele und Siegesbedingungen werden weiter unten erläutert. Ein Spieler füührt Kaldan's Erstgeborenen, ein Spieler führt die Stygianer und der dritte Spieler Narbok's Schwarzblüter. Anders als normale Chronopia Szenarien werden hier einige besondere Aspekte berücksichtigt. Die Schlacht findet einige Stunden, nachdem sich die Erstgeborenen und die Schwarzblüter getrennt haben, statt, um ihre Verletzten zu versorgen und sich auf die Nacht vorzubereiten.
Erstgeborenen:
- Der Erstgeborenenspieler kann Carnos den Chronomanten einsetzen. Carnos stirbt und um dieses darzustellen, muss er bei jeder neuen Runde eine Probe auf den Führungswert machen. Schafft er diese, dann handelt er mit den unten angegeben Werten, da er seine ganze Kraft zusammengenommen hat, dem Gegner noch eine Runde gegenüber zu treten. Wenn der Spieler einen Chronomanten einsetzen möchte, muss es Carnos sein. Carnos wird durch eine normale Chronomantenfigur dargestellt.
- Dem Erstgeborenenspieler stehen 900 Punkte zur Verfügung.
Schwarzblüter- Dem Schwarzblüterspieler stehen 800 Punkte zur Verfügung.
- Der Schwarzblüter erscheint zum Anfang der vierten Runde auf dem Schlachtfeld (siehe Diagramm unten)
- Die Aufgabe des Schwarzblüterspieler's ist es, alle Erstgeboreneneinheiten zu vernichten und somit haben diese höchste Zielpriorität.
Stygianer
- Dem Stygianerspieler stehen 1.500 Punkte zur Verfügung.
- Die Nacht kommt schnell in der Wüste und mit ihr fällt die Temperatur dramatisch. Das bedeutet für den Stygianerspieler, das alle seine Einheiten einen Malus auf den Bewegungswert von -1 haben und der Schaden von kältebasierenden Attacken erhöht sich um +4. Sind die Stygianer bis zum Ende der siebten Runde immer noch nicht Sieger auf dem Schlachfeld, dann werden sie sich wegen der zunehmenden Kälte zurückziehen.
Aufstellung
Die Spieler müssen wie unten auf dem Diagramm dargestellt, ihre Armee aufstellen (Schwarzblüter natürlich zu Beginn Runde 4). Und sich nicht mehr als 6 Inch einem der Ecken bei der Aufstellung nähern.

Aufstellungsdiagramm
Gelb = Erstgeborenen
Blau = Stygianer
Grün = Schwarzblüter
Siegesbedingungen
- Der Erstgeborenenspieler gewinnt, wenn er mehr als 400 Punkte seiner Truppen am Ende der siebten Runde noch besitzt. Er gewinnt also nur durch das reine Überleben seiner Einheiten.
- Die Schwarzblüter gewinnt, wenn er alle Erstgeborenen tötet und mehr als 400 Punkte zum Ende der Runde sieben auf dem Tisch hat.
- Der Stygianerspieler gewinnt, wenn er alle beide Armeen vernichtet hat, oder diese jeweils unter 400 Punkte am Ende der siebten Runde haben.
Optionale Regeln
Du kannst "Der Angriff" auch mit nur zwei statt drei Spielern spielen. Hierbei spielt einer ganz normal die Stygianer, während der andere entweder Schwarzblüter oder Erstgeborenen mit einer Armeegrösse von 1.300 Punkten spielt. Die Hälfte der 1.300 Punkte erscheint so wie oben beschrieben erst zu Beginn der vierten Runde (siehe Schwarzblüter).
Alternativ kann man die Führung der Stygianer wechselseitig durchführen. Beispiel: Eine Runde lang führt der Erstgeborenenspieler die gesamte Armee, in der nächsten Runde der Schwarzblüterspieler, usw. Damit es Sinn macht, müssen die Einheiten immer das nächstliegende Ziel angreifen. Die Stygianer werden keine Wartestellung einnehmen und Handlungen ungenützt verstreichen lassen, sondern sich immer der nächsten feindlichen Einheit nähern.
Carnos der Chronomant
(Hinweis: Die Werte von Carnos ... siehe unten ... sind für die 1.Edition. Für die zweite Edition einfach einen normalen Chronomanten nehmen und um folgende Werte modifzieren: FG 16, SCH 1, ST 1, BW 2, VER 0, sowie die Sonderregeln, die unten bei den Werten der 1.Edition formuliert sind. Die normalen Sonderregeln werden dadurch ersetzt!)
| Carnos (1) | |||||||||||
| NK | FW | MG | FG | HDL | SCH | ST | BW | R | VER | G | PKT |
| 14 | 12 | 15 | 16 | 4 | 1 | 1 | 2 | 23 | 0 | 1 | 82 |
- Eine Führungsprobe wird wegen der Verwundung aus der vorigen Schlacht fällig, sobald Carnos jede Runde das erstemal aktiviert wird.
- Carnos startet die Schlacht mit einem Schadenspunkt weniger als normal. Dieses ist schon in dem Profil oben berücksichtigt.
- Misslingt die Führungsprobe, wird Carnos bewusstlos und kann keine Handlungen in dieser Runde durchführen und er erhält bei der nächsten Aktivierung, und der entsprechenden Führungsprobe, einen Malus von -2 auf den Führungswert.
Ausrüstung:
Carnos ist mit einem Zeitstab ausgerüstet.
| Name | KR | MR | EA | SCH |
| Zeitstab | NK | - | - | 9(x2) |
Notizen des Szenarioentwicklers
Ich schrieb dieses Szenario in meiner kurzen Arbeitszeit, als ich im Target Games Studio in Edinburgh Schottland war. In der Umgebung von Materialen zu zwei vollwertigen Spielsystemen und Spielern gab es ständig Anregungen für die Phantasie und an einem Morgen, ich musste warten bis das Gelände richtig durchgetrocknet war, (Ihr könnt dieses Gelände im Ergänzungsband "Das Land der zwei Flüsse" sehen.) basteltete ich also in der freien Zeit an etwas was mit etwas Glück in den Chronicles erscheinen sollte. Das schöne an Chronopia und Warzone ist, das man ganz leicht Mehrspielerszenarien kreieren kann, anders als Systeme wie 40k oder Fantasy Battle, wo die Spiele aufgrund ihrer Phasensystemik mit Bewegung, Nahkampf, Magie, usw. dieses sehr erschwert bzw. fast unmöglich macht. Das Feeling der Stygianer und ihre so andersartiger Charakter machen sie zu einem hervorragenden Bestandteil eines Szenarios, da sie mit ihrem reptilienhaftem Wesen, den Horror, den sie in der Hitze des Kampfes ausstrahlen, sehr gut vermitteln können. Eine Anmerkung sei noch gemacht. Stygianer sind einer der schnellsten Einheiten Chronopias und wenn du dieses nicht bedenkst, werden sie dich kalt erwischen.
Seitdem ich dieses Szenario geschrieben habe, habe ich viele Chronopia Schlachten geführt und mindestens fünfmal dieses Szenario mit unterschiedlichsten Ergebnissen. In den meisten Fällen waren die Stygianer am nächsten am Sieg und häufig vermittelten ihre "Angriffswelle" Gefühle wie die Aliens aus dem gleichnamigen Film. Das gleiche Ergebnis war niemals zweimal vorhanden und alle drei Kämpfe, die bei unterschiedlichen Gelegenheiten von den Schwarzblütern gewonnen wurden, waren immer denkbar knapp, vorallem zwischen den Schwarzblütern oben und den Stygianern unten.
Der Charakter Carnos hielt sich in jeder Schlacht, in der er kämpfte, sehr gut und ich habe ihn zu einem immer wiederkehrenden Charakter in meinen eigenen Erstgeborenen Armee gemacht. Dieses ist eines der Ersten von weiteren Abenteuer und Szenarien welche ich mit ihm plane. In diesem Moment bereiten ich und einige andere, völlig verrückte Leute vom Gamers Web einen 24 Stunden Wohltätigkeitsspielemarathon vor, indem wir darauf abzielen, einige der grössten Spiele aller Zeiten zu veranstalten, einschliesslich von sehr grossen Warzone und Chronopia Szenarien mit hunderten von Miniaturen und eine Warhammer 40.000 und Warhammer Fantasy Battle Kampf mit jeweils über 50.000 Punkten auf dem Schlachtfeld.