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Gelber Lotus

Erstellt von: Stefan "Ruther" Schmidt

Das Szenario ist für die 1st Edition erstellt worden, dürfte aber auch für die 2nd Edition noch funktionieren.

Isaiab Korhala wurde von lauten Stimmen geweckt. Er brauchte einige Sekunden um sich zu orientieren. Von der niedrigen Decke des Zeltes tropfte die Feuchtigkeit, die sich in der Nacht angesammelt hatte. Das Zelt bestand aus einem rot/gelb gemusterten Stoff, welcher in regelmäßigen Abständen ein Wappen aufwies. Das Wappen stellte einen strahlenden Stern da und jeder im Imperium kannte und fürchtete es. Es war das Wappen des Ordens vom "Leuchtenden Stern" und wies den Zeltbewohner als einen Alchemisten aus. Während er sich den Schlaf aus den Augen rieb, lauschte er den Stimmen vor dem Zelt. Diejenige welche ihn geweckt hatte, gehörte zu Chorhul dem riesigen Todsucher Troll, welcher gleichzeitig der militärische Kommandant der Expedition war. Er war gerade dabei, Befehl für den Abruch des Lagers zu geben. Er tat dies auf die allen Trollen eigene liebenswürdige Art. In einer halben Stunde würden die Männer das Lager abgebrochen haben. Die Expedition wäre Aufbruch bereit. Der Alchemist grinste in sich hinein. Das einzige Zelt welches dann noch stehen würde wäre seines, da niemand es wagen würde einen Alchemisten zu drängen oder gar dessen Zelt über seinem Kopf abzubauen. Also beschloß er noch einige Minuten liegen zu bleiben und sich im Geiste auf den kommenden Tag vorzubereiten.

Er entspannte sich und ließ die Ereignisse der letzten Tage an seinem inneren Auge vorüberziehen. Vor fünf Tagen erst, hatte er vom Ältesten des Ordens eine Eildepesche bekommen. Hierin wurde er aufgefordert, sich reisefertig zu machen, um sich einer Expedition ins Verlorene Land der Sumpfgoblins anzuschließen. Er war alles andere als erfreut gewesen, hatte er doch schon viel über den Sumpfgoblin-Dschungel gehört. Er schien wunderschön und gleichzeitig war er tückisch und tödlich. Das letzte militärische Abenteuer des Kaisers hatte allen Schwarzblütern eindeutig vor Augen geführt, daß sie dort nicht viel verloren hatten. Eine Expedition, mit dem Ziel, in den Sumpfgoblin Dschungel einzudringen, war also recht ungewöhnlich und sehr gefährlich. In der Depesche wurde ihm außerdem mitgeteilt, daß er sich an den Kommandeur der Expedition wenden sollte, um nähere Informationen über den Auftrag zu erhalten. Die Expedition rückte am Abend des gleichen Tages in die kleine Grenzstadt ein. Er traf den Kommandanten noch in der selben Nacht zu einer Einsatzbesprechung. Hier erfuhr er die Gründe, die zu dieser recht ungewöhnlichen Expedition geführt hatten. Das Ziel ihrer Reise war ein kleines Sumpfgoblindorf, welches eine Tagesreise von der Grenze des Sumpfgoblin Territoriums entfernt lag. In diesem Dorf lagerten zu dieser Zeit große Vorräte des gelben Lotus des Batou-Stammes. Der Lotus war zum Verkauf an die Elfen des Hauses der Jade bestimmt. Die Information war den Ältesten des Ordens zugespielt worden. Da seit nunmehr fast 2 Jahren kein gelber Lotus mehr seinen Weg in die Werkstätten der Alchimisten gefunden hatte, war es das Risiko wert, dieser Information nachzugehen. Drei Tage dauerte die Reise bis an den Weltenrand welcher die Grenze zum Land der Sumpfgoblins darstellt. Sie stiegen ihn hinab und schlugen am Rande des Dschungels ihr Lager auf. Gestern waren sie den ganzen Tag durch tückischen Dschungel marschiert und obwohl die Schwarzblüter sehr vorsichtig waren forderte das wilde Land seinen Tribut. Zwei orkische Krieger starben an ätzenden Sporen, ausgelöst durch eine Sporen Explosion. Die Überlebenden wurden danach noch vorsichtiger. Am Abend hatten sie einen Platz zum Lagern gefunden. Die Lichtung lag nur einen halbstündigen Marsch von ihrem Ziel entfernt. Sie eignete sich deshalb bestens für eine letzte Rast ...

Jemand klopfte draußen an die Zeltplane und Isaiab wurde augenblicklich wieder in die Realität zurück gerissen. "Der Kommandant läßt fragen, ob Sie zum Aufbruch bereit sind?" Die Stimme gehörte zu Tarrok, einem Todsucher Oger und Stellvertreter Chorhuls. "Kundschafter haben Bewegungen auf der gegenüberliegenden Dorfseite gemeldet. Es sieht so aus, als ob noch andere an dem Lotus interessiert wären. Der Kommandant schätzt, das wir bei sofortigem Aufbruch das Dorf als erste erreichen müssten." Isaiab sprang augenblicklich auf die Füße. "Ich komme sofort, macht die Truppen kampfbereit." Innerhalb von 5 Minuten war er komplett angekleidet. Als er aus dem Zelt trat, war die gesamte Schwarzblüter Expeditionsstreitmacht draußen bereits angetreten. In ihren Augen blitzte Kampfeslust. Er trat zu Chorhul, der in Front seiner Truppen stand. Der Troll erwartete ihn schon "Die Kundschafter melden, daß es sich bei den Bewegungen auf der anderen Dorfseite um einen Spähtrupp der Lakaien handelt. Eine gute Gelegenheit zwei Probleme auf einmal zu erledigen" Das Gesicht des Trolls verzog sich zu einem breiten Grinsen. Er setzte den prächtigen Helm auf den nur die Todsucher tragen dürfen und wandte sich seinen Truppen zu. Seine mächtige Stimme dröhnte über den Platz "Für den Kaiser ... Für das Imperium" Die anderen Schwarzblüter stimmten in den Ruf ein und für einige Sekunden war die kleine Lichtung von ihrem Kriegsgeschrei erfüllt. Wenige Augenblicke später setzte sich die Expedition in Bewegung und war nach kurzer Zeit im dichten Dschungel verschwunden...


Szenario Aufbau
Spieldauer 8 Runden.
Das Spielfeld besteht aus Dschungel und weist in der Mitte ein freies Rechteck auf, in welchem sich das Sumpfgoblindorf befindet. (Größe des freien Rechteckes ca 70 cm Länge und 40 cm Breite, Tiefe des umgebenden Dschungelgeländes ca 20 cm)
Die Aufstellung erfolgt direkt außerhalb des Dschungels auf beiden gegenüberliegenden Seiten.

Im gesamten Dschungelbereich gilt:
Bewegung ist reduziert um 2,5cm pro Handlung.
Am Anfang jeder Runde werden Dschungel Ereignisse ausgewürfelt (Regeln dafür siehe Sumpfgoblins Quellenbuch).
Von Dschungelereignissen betroffen werden sind nur jene Einheiten welche sich auch im Dschungel befinden. Einheiten im Bereich des Dorfes sind nicht betroffen. Sollte ein Ereignis ausgewürfelt werden wird mit Hilfe eines entsprechenden Würfels bestimmt welche Einheit betroffen ist. (z.B. bei 8 Einheiten/Einzelfiguren W8 etc.)

Im Dorf gilt:
In jeder Hütte befindet sich ein Paket mit gelbem Lotus. Wird die Tür geöffnet, entscheidet folgende Tabelle welche Sumpfgoblins die Hütte bewachen. Der jeweilige Gegenspieler übernimmt dann diese Goblins. Nach dem die so ermittelten Verteidiger in der Hütte plaziert sind können sie sofort aktiviert werden und ihre Handlungen beliebig nutzen. Ansonsten agieren die Verteidiger bevor die Initiative der jeweiligen Runde ausgewürfelt wird.

Einheit 1 W6
4x Kopfjäger 1
4x schwere Speerkämpfer 2
4x Gottesanbeter 3
4x Speerkämpfer 4
4x Netzmeister 5
4x Giftmeister 6

Folgende Reihenfolge ist zu beachten:
1. Ermitteln, ob ein Dschungelereignis stattfindet
2. Verteidiger (Goblins) bewegen.
3. Initiative auswürfeln

Ein Lotus-Paket aufzunehmen kostet eine Figur eine Handlung. Jedes Paket welches von einer Figur über die Grenzen des Dorfes hinaus (also in den Dschungel) getragen wird, bringt dem jeweiligen Spieler 100 Siegpunkte ein. Am Ende wird der Punkte Wert der Überlebenden, nicht panischen Einheiten, des jeweiligen Spielers addiert und dem Ergebnis die eventuell vorhandenen Siegpunkte zugefügt. Sieger ist die Seite mit den meisten Punkten.

.... der Alchemist ließ seine Blicke über das Schlachtfeld schweifen. Der Kampf war kurz und brutal gewesen. Der Spähtrupp der Lakaien hatte sich als stärker herausgestellt, als die Späher angenommen hatten. Aber zum Rückzug war es bereits zu spät gewesen. Und so waren beide Armeen in der Mitte des Dorfes aufeinander geprallt. Von den Lakaien war nicht viel übriggeblieben. Auch seine Truppen hatten schwer gelitten. Nur ein paar Meter zu seiner Linken lag Chorhul inmitten des blutigen Haufens seiner Feinde. Die Streitaxt eines Cursed hatte seinen Schädel gespalten und ihn auf der Stelle getötet. Bevor er seinen Wunden, die ihm die Streitaxt zugefügt hatte, erlegen war, hatte er zwei Cursed im wahrsten Sinne des Wortes zerfetzt. Er war gestorben wie er gelebt hatte, als Krieger. Seine Treue zum Blutthron würde nicht vergessen werden.

Ein Ruf vom Rande des Dschungels ließ Isaiab herumfahren. Tarrok, der neue Kommandant, war gerade dort angekommen. Von seinen Klingen tropfte noch das Blut der Kopfjäger welche versucht hatten ihn aufzuhalten. Er trug ein Bündel des gelben Lotus unter dem Arm und brüllte den verbliebenen Truppen Befehle zu. Es sah ganz so aus als würde er den Rückzug befehlen. Einen Herzschlag später kannte auch der Alchemist den Grund.

Er hatte bereits seit einer Weile ein leichtes Dröhnen vernommen aber es als Geräusch des Dschungels abgetan. Tarrok schien es ebenfalls gehört zu haben, nur hatte er es erkannt und seine Schlüsse daraus gezogen. Das Dröhnen wurde lauter und war nun auch für den Alchemisten identifizierbar. Es handelte sich um wilde, fremdartige Trommelrhythmen, die an und ab schwollen. Es haftete ihnen eine eigenartige Dynamik an. Ein leichter Schauer lief ihm den Rücken hinunter. Es war Zeit zu gehen ... allerhöchste Zeit. Wenige Minuten später verschwand auch der Letzte der Schwarzblüter Expedition im Dschungel.


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