Proxen bei Chronopia
Proxies sind ein "Ersatz". Im Rahmen eines TableTops zumeist ein Ersatz für Figuren. Eine Figur zu proxen, bedeutet, eine nicht vorhandene Figur durch eine vorhandene Figur zu ersetzen. Hierbei gibt es unterschiedliche Arten von Proxies, die vorallem durch das Spiel BattleTech geprägt sind, wo Proxen ein Standard ist der umungänglich zum Spielen ist.
Kurzfristiges Proxen (Testproxies)
Der Spieler will mal eine neue Einheit ausprobieren oder hat aus irgendwelchen Gründen nicht gerade die richtige Figur parat. In dem Fall setzt er andere, passende, Figuren ein, die er vor Spielbeginn als entsprechende Proxies seinem Gegenspieler mitgeteilt hat.
Beispiel: Spieler A will mal testweise einen Trupp Erstgeborene Streitkolbenkämpfer einsetzen, besitzt aber keine entsprechenden Figuren. Zugleich besitzt er einen überzähligen Trupp Erstgeborenen Schwertkämpfer. Da Anzahl und Größe der Figuren passen nimmt er halt für das Spiel die Schwertkämpfer als Streitkolbenkämpfer und teilt dies seinem Gegenspieler mit.
Solcherart Proxen ist aus zwei Gründen immer nur temporär. Erstens verwirrt es den Gegenspieler, da er nicht immer weiss das die Schwertkämpfer im obigen Beispiel Streitkolbenkämpfer sind. Vorallem wenn noch weitere Schwertkämpfer am Kampf beteiligt sind. Zum anderen gibt es den Konsens, das man Einheiten, die man regelmäßig einsetzt, durch adäquate Modelle dargestellt werden.
Permanente Proxies (Ersatzproxies)
Hier gibt es drei Arten die sich durch einen unterschiedlichen Ansatz unterscheiden.
a.) Fehlende Miniaturen
Kommt häufig bei Spielsystemen vor, bei denen noch nicht alle Figuren erschienen sind, für die es schon Spielwerte gibt. Ein beliebtes Beispiel waren bei Chronopia die Skelette der Lakaien, die es im Grundregelwerk zwar gab und eine wichtige Grundeinheit darstellt, aber als Figur erst recht spät erschienen. Viele nahmen hierfür Skelette von Heroquest oder von Warhammer Fantasy Battle als Proxies.
b.) Designgründen
Manchmal gefällt einem eine bestimmte originale Figur einfach nicht bzw. es gibt von einem anderen Hersteller eine passendere, schickere Figur die man gerne nutzen will. Kommt vorallem bei Einzelfiguren sehr häufig vor. Häufiges Beispiel ist aktuell der Rückgriff auf die erstklassigen Figuren von Rackham. Selten, aber auch das kommt vor, gibt es ganze Armeen aus Proxies.
c.) Bitzverbrauch
Ältere Spieler haben zumeist einen erheblichen Bestand an nicht mehr zu gebrauchende Figuren. Bevor diese nutzlos vergammeln, kann man sich ja überlegen ob es sich nicht lohnt daraus eine kleine Chronopia Armee zu basteln, bevor man teuer eine neue zusammenkauft. Solche Armeen spielbar zu machen, siehe hierzu weiter unten, erfordert den größten Einsatz an das Bastel- und Malgeschick des jeweiligen Armeeinhabers. Auf der anderen Seite sind sie eine meist Geldschonende und das Ergebnis vorallem eine sehr individuelle Armee die es auf die Art und Weise sicher nicht nochmal geben wird.
Was ist generell als Proxies zu gebrauchen?
Shampooflaschen oder leere Bases sind nur im äussersten Fall ein Ersatz und dies nur im privaten Kreise bzw. Notfalle. Wer sowas einsetzt handelt sich im Normallfall schnell einen bösen Blick ein. Um dies zu vermeiden gibt es ein paar grundlegende Richtlinien an die man sich halten sollte.
- Es sollte immer Figuren auf einer Base sein.
- Der Ersatz sollte vom Aussehen, Größe und Art dem Original entsprechen, sodaß man sich daraus keine spielerische Vorteile zieht und die Verwirrung des Gegenspieler so gering wie möglich ist.
- Für permanente Proxies gilt insbesonderen, das diese Figuren erkennbar der Armee zugehörig sind (Umbau, Bemalung usw.) und möglichst über die spielrelevante Ausrüstung bzw. adäquaten Ersatz desselben wie das Original verfügt.
Was sind spielbare permanente Proxies?
Diese Frage betrifft eigentlich nur Figuren die dauerhaft eingesetzt werden. Grundlage der Gedanken ist hierfür die Tatsache, das sie spieltechnisch leicht erkennbar sind und direkt zugeordnet werden können. Dies erfordert, da meistens die Ersatzfigur nicht dem Original entspricht, einen gewissen Aufwand an Eigenleistung. Wer sich diesen macht, hat auf jedenfall die Anerkennung anderer Spieler verdient.
Man kann auch hier, wie bei der gesamten Thematik nicht allgemeingültige Regeln aufstellen, aber hier ein paar Empfehlungen:
a.) An einer Figur sollten die Merkmale des jeweiligen Originals erkennbar sein bzw. wenn sie geändert wird, dann auch bei ALLEN anderen entsprechenden Figuren ebenfalls ändern.
Bsp: Goblin Schwertmeister haben im Original zwei Krummschwerter. Ich möchte aber die Moria Goblins aus dem Herr der Ringe Spiel einsetzen, die Schild und Schwert haben. Da ein Umbau, vorallem bei größerer Anzahl, fast unmöglich ist, gibt es die Variante halt alle Goblin-Schwertmeister eben durch diese Figur zu ersetzen. Dies ist in diesem Fall möglich, da es keine Schwarzblüter Goblins mit Schild und Schwert regeltechnisch gibt. Wäre das der Fall, sollte man die Moria Goblins nicht zum Ersatz für Schwertmeister nehmen, sondern eben für diese Goblins mit Schwert und Schild.
b.) Die Figuren müssen auf die entsprechende Base. Dies ist vorallem bei Chronopia sehr wichtig, da sie genauso wie in den meisten anderen Systemen regeltechnisch relevant sind. Die Rundbases die wir benutzen gibt es sehr günstig sowohl bei Games Workshop als auch Excelsior Entertainment in größerer Anzahl extra zu kaufen.
c.) Größe der Figur ist zu berücksichtigen. Ein Riese ist kein Zwerg und anders herum. Man sollte möglichst annähernd die gleichen Größen wie das Original haben. Speziell kleinere Figuren haben einen Vorteil bei Sichtlinien und gegen Beschuß, was man vermeiden sollte und wenn man schon kleinere Modelle als das Original nimmt, sollte man den Vorteil nicht gerade permanent ausspielen.
d.) Bemalung ist ein effektives Instrument. Neben durch Greenstuff ergänzte Symbole ist es speziell die Bemalung die eine Armee aus diversen Figurentypen einem einheitlichen Touch gibt und somit auch auf dem Spieltisch erkennbar macht. Der Einsatz von Logos, Symbolen, usw. die der Originalarmee zugeordnet sind, genauso wie typische Farbenkombinationen, verstärken den Effekt noch, was besonders bei reinen Proxiearmeen eminent wichtig ist.